Der bayerische Rebell

Am Anfang war der Liebeskummer. Als Hans Söllner Mitte der achtziger Jahre von seiner damaligen Freundin verlassen wurde, flog der bis dahin mäßig erfolgreiche Liedermacher nach Jamaica, wo er sich unter Palmen und mit Hilfe des ein oder anderen Joints von den seelischen Strapazen erholte.

Wieder genesen, beschloss er das Wunderkraut nach Deutschland mitzunehmen, es in seinem Garten anzupflanzen, seine wundersame Wirkung in Liedern zu preisen ("Marihuana-Song") und seinen Konsum in jedem seiner Konzerte anzupreisen. Das macht Hans Söllner jetzt seit knapp zwanzig Jahren. Daneben hat er sich viele Feinde geschaffen in den Reihen der bayerischen Polizei, weil er ihre Vertreter regelmäßig verbal beleidigt, und mit dem bayerischen Innenminister Günther Beckstein steht er sowieso seit Jahren auf Kriegsfuß, weil er ihn öffentlich wiederholt ein "Arschloch" genannt und seine Asylbewerberpolitik angeprangert hat. Er wird nie im Radio gespielt und gehört dennoch mittlerweile zu den erfogreichsten deutschen Liedermachern.

Der Karlsruher Filmemacher Andy Stiglmayr hat den "bayerischen Rebell" fast ein Jahr lang begleitet und eine gleichnamige Dokumentation daraus gemacht. Herausgekommen ist dabei ein Porträt, das den Künstler so zeigt, wie er sich wahrscheinlich selber auch am liebsten sieht: als ewigen Querdenker, als am deutschen Staat und System, an all der Ungerechtigkeit in der Welt Verzweifelten. "Jeden Tag sterben 60 000 Kinder auf dieser Welt", sagt er. "Und wenn ich ein bisschen Haschisch rauche, regen sich alle furchtbar auf." Die Fans lieben Hans Söllner für solche Aussagen. Denn solche Aussagen sind unanfechtbar, sie sind so einfach, sie teilen die Welt ein in "Gut" und "Böse", in "Richtig" und "Falsch". Hans Söllners Fans sind nicht mit ihm alt geworden, die Mehrheit sei immer schon "zwischen 15 und 25 gewesen", sagt der Achim Bergmann, der Boss von Söllners Plattenlabel, und sieht aus, als wüsste er nicht, ob das gut oder schlecht ist. "Die finden mich halt cool", sagt Söllner selbst, und für einen Moment spürt man einen Anflug von Zweifel. "Aber ob die auch kapieren, was ich ihnen sagen will?"

D 2003, 92 Min., FSK ab 0 Jahren
D 2003, 92 Min., FSK ab 0 Jahren
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