Tiempos Menos Modernos - Not so modern times

Payaguala, ein alter Viehtreiber mit wettergegerbtem Gesicht und speckigem Hut, lebt auf einer Farm am Rand der bewohnten Welt in den Bergen Patagoniens. Wenn er sich einmal langweilt, dann greift er zur Gitarre oder scheucht seine Hühner ein wenig auf. Manchmal schauen Touristen vorbei, denen er widerwillig eine kleine Führung durch sein Paradies aus Wäldern, Weiten und Berggipfeln gibt. Nur Besuche seines Freundes Felipe, der längst in der nächsten größeren Stadt lebt, holen ihn zuweilen aus der selbstgewählten Einsamkeit heraus. Manchmal lässt der Alte aber auch einfach die Tür zu und ist weder durch Klopfen oder Rufen dazu zu bewegen, Besucher zu empfangen. So ergeht es zum Beispiel dem Ortsgendarmen, der eines Tages ein großes Paket vorbeibringt. Das enthält einen Fernseher, eine Satellitenantenne samt Sonnenkollektor und ein Telefon, mit dem die Regionalregierung die entlegene Region an die moderne Lebenswelt anschließen will. Das Ganze ist kostenlos und also das Geschenk eines Sponsors. Lange packt Payaguala das Paket nicht einmal aus - bis ihn der neugierige Felipe dazu bringt, das multimediale Gerät doch einmal auszuprobieren. Doch was macht man mit einem Telefon, wenn man nicht einmal weiß, wen man anrufen könnte und warum? Da hat der Fernsehapparat schon eher Chancen, wahrgenommen zu werden. Mit den ersten Bildern, die zu sehen sind, kommt Charlie Chaplins Film ?Der große Diktator? ins Haus und verändert die ?Nicht so modernen Zeiten? in der kleinen Hütte. Payaguala gewöhnt sich staunend an das Bildgewitter aus der schönen neuen Fernsehwelt, so dass er manchmal das Haus nicht verlässt. Besonders eine bestimmte Herz-Schmerz-Telenovela hat es ihm angetan, die ihn bis in seine Träume verfolgt. Lange kann dieser Flirt mit der falschen Medienwelt doch nicht dauern, wenn die Landschaft draußen so schön und faszinierend und das Leben eines wilden Gauchos auf dem Pferderücken so unwiderstehlich frei ist. Weil der alte Mann so sehr staunt über die Schocks der Medienwelt, gewinnen auch wir Zuschauer einen fremden Blick auf unsere Fernsehalltagsrituale zurück.

2012, 0 Min., FSK ab 0 Jahren
Regie:
Simon Franco
2012, 0 Min., FSK ab 0 Jahren
Regie:
Simon Franco
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