Paris, Ende der 1950er-Jahre: Der 28-jährige Jean-Luc Godard hat als Einziger in seinem Freundeskreis noch keinen eigenen Film gemacht. Mit einem verrückten Team, einem amerikanischen Filmstar und wenig Geld gelingt ihm schließlich unter abenteuerlichen Umständen mit AUSSER ATEM ein Meisterwerk, das in die Filmgeschichte eingehen und das Kino für immer veränderte. Richard Linklater wagt mit „Nouvelle Vague" nichts Geringeres als eine Reimagination der französischen Filmgeschichte – und macht daraus, ganz unverschämt, einen Film über sich selbst. Ausgehend vom Gedanken, wie die Dreharbeiten zu Jean-Luc Godards „Außer Atem" wohl ausgesehen hätten, entfaltet er eine spielerische Hommage an die Mitglieder der Nouvelle Vague, ihre Freiheit und ihre Lust am Improvisieren. Beneidenswert lässig, unverschämt mutig und angetrieben vom unbedingten Willen, alles neu und anders zu machen.
Der Film ist für jeden Cinéasten ein feuchter Traum. Jede Einzelheit in Kostüm und Ausstattung stimmt, jedes Gespräch wirkt authentisch, vor allem die Aussagen des Regisseurs, dessen ausufernde Vorträge über das Wesen des Kinos stets seine Verachtung für Konventionen und seinen heroischen Kampf gegen die Produzenten und Geldgeber wie ein Schild vor sich hertragen. Man liebt diesen Mann bedingungslos und sieht mit wachsendem Entzücken zu, wie sein Film entsteht mitten auf den Straßen von Paris. Der Film ist angefüllt mit Bonmots und Zitaten, berauschenden Momenten und einer wachsenden Anzahl von Mitstreitern, viele von ihnen Legenden der Filmgeschichte. Diesem Nouvelle Vague von Richard Linklater gelingt die Quadratur des Kreises.