In seinem vierten Langfilm portraitiert Ted Fendt erneut eine Gruppe Menschen, die in freundschaftlicher Beziehung zueinander stehen. Ihren Mittelpunkt bildet Leonie, die sich ein Jahr durch die Texte Anna Maria Orteses bewegt. Ein loser Lesekreis, bestehend aus Florian, Alejo und Hanna, steigt mit ein. Rund um den Berliner Chamissoplatz entfalten sich Jahreszeiten und Gedanken. Fendt wirft Schlaglichter, manifestiert flüchtige Augenblicke in sachlich-glühenden 16mm-Aufnahmen. Sie erzählen von Florians vergeblicher Wohnungssuche, Alejos Umzug von Argentinien nach Berlin oder Hannas bevorstehender Mutterschaft. Anna Maria Orteses Bücher bilden Fluchtpunkte, die gleichsam einladen, nachzudenken: Wer lässt sich gern literarisch aufs Glatteis führen? Wie verschmelzen Realismus und Fantasie? Ein langes Gespräch zwischen Leonie und Ortese-Übersetzerin Sigrid Vagt wird indes zum Kernstück, das die geheimnisvolle Autorin greifbarer macht und für Leonie zum Impulsgeber wird. Auslandsreise zeigt eine Suche, die in Cafés und Hinterhöfen, gesprochenen wie geschriebenen Sätzen stattfindet. Es verflechten sich Alltag und Literatur. Ein Lebenskonzentrat.