In einem wunderbar einfühlsamen Film führt die Regisseurin Eleonore Faucher die 17-jährige Claire und die ältere Madame Melikian, die beide in einer offenbar aussichtslosen Lebenskrise stecken, über ihre Leidenschaft zur Perlenstickerei zusammen. Und die Freude an den eleganten Stoffen und den glitzernden Schmuckstücken und dem, was die beiden daraus schaffen, erweckt am Ende auch ihre Freude am Leben aufs Neue.Eleonore Faucher schildert in diesem einfühlsamen Film das Leid von jung und alt, sie erzählt von Anonymität und Perspektivlosigkeit, von falschen Freunden und falschen Zielen und vergisst nicht den Weg aus diesem Dilemma zu weisen. Sie appelliert an das Selbstbewusstsein des Individuums und befreit ihre Protagonistinnen aus ihrer Lethargie, indem sie sie aufeinander zugehen, ihre Interessen wahrnehmen und ihr Leben selbst gestalten lässt. Dass dieser Weg nicht unbedingt einfach ist, verschweigt Faucher keine Minute, was ihren Film anfangs etwas traurig erscheinen lässt. Doch es sind die kleinen unscheinbaren Momente, in denen sie immer wieder auch Schönheit findet, die am Ende fast von allein den Durchbruch findet und ihren Film im Licht erstrahlen lässt. Ein Licht, von dem auch der Zuschauer einen kleinen Teil mit nach Hause nehmen wird und der dort vielleicht ähnliches bewirken könnte.