Manchmal braucht es mehr als die eigene Erinnerung, um Vergangenes zu bewältigen. Das spürt auch die russische Lehrerin in Yulia Lokshinas experimentierfreudigem Dokumentarfilm. In ihrer Heimat wurde sie von einer Schülerin denunziert, weil sie im Unterricht den Ukrainekrieg kritisiert hatte. Der Staat wurde hellhörig; die junge Frau floh nach Berlin. Wie konnte es so weit kommen? In der Hoffnung, Antworten auf ihre Fragen zu finden, stellt die Lehrerin mit einer Moabiter Schulklasse ihre Erfahrung nach. Das Ergebnis erweist sich als eine wachsame Auseinandersetzung mit dem schleichenden Totalitarismus im Klassenzimmer, mit Verrat und Widerstand. (Pamela Jahn)