Es gibt Filme, bei denen man schon nach zwanzig Minuten spürt, dass sie eigentlich lieber über ihre eigene Konstruktion sprechen möchten als über die Menschen darin. „Parallel Tales“ ist genau so ein Film. Asghar Farhadi verknüpft hier Beobachtung, Projektion, Begehren und Fiktion zu einem verschachtelten Spiel über Geschichten, die beginnen, die Realität ihrer Figuren zu beeinflussen. Das Problem ist nur: Je länger der Film läuft, desto deutlicher wird, dass ihn seine eigene Idee deutlich stärker interessiert als alles, was emotional daraus entstehen könnte.
Dabei beginnt vieles durchaus vielversprechend: Isabelle Huppert spielt die zurückgezogen lebende Schriftstellerin Sylvie, die ihre Nachbarn beobachtet und aus einzelnen Blicken und Gesten imaginierte Beziehungen konstruiert. Auf der anderen Straßenseite arbeitet die Foley-Künstlerin Nita (Virginie Efira) gemeinsam mit zwei Männern in einem Tonstudio, während ein ehemaliger Kleinkrimineller namens Adam (Adam Bessa) zunehmend obsessiv in diese Konstellation hineingezogen wird. Realität, Fantasie und literarische Projektionen beginnen sich immer stärker zu vermischen.
| DO 03.12. |
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